Alternative Urbanistik

PR / Semesterwochenstunden: 4.0 / ECTS 6.0

TISS Kurs: 280.914

Vortragende

Gabauer, Angelika
Karasz, Daniele Pietro
Knierbein, Sabine
Güntner, Simon Andreas

Lernergebnisse

Nach positiver Absolvierung der Lehrveranstaltung sind Studierende in der Lage

  • Debatten um räumliche Gerechtigkeit in ihren sozialen, politischen, kulturellen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen zusammenzufassen und in Bezug auf konkrete Orte in Wien zu analysieren und und kritisch zu reflektieren;
  • selbstständig in Kleingruppen qualitative Methoden der Stadtforschung anzuwenden und zu reflektieren;
  • die Durchführung und Ergebnisse der Forschung in einem Bericht zu präsentieren und zu diskutieren sowie im Rahmen einer Abschlusspräsentation plausibel darzulegen.

Inhalt der Lehrveranstaltung

In diesem Projekt beschäftigen wir uns mit Prozessen der Urbanisierung. Wir untersuchen sozialräumliche Transformationsprozesse und fragen danach, welche lokalen, kontextspezifischen Auswirkungen Planungsstrategien und damit verbundene Narrative und Zielsetzungen auf konkrete Orte und deren soziales Gefüge haben. Unser räumlicher Fokus ist der 22. Wiener Gemeindebezirk, der als „Peripherie“ Wiens wesentliches urbanes Entwicklungsgebiet ist. Die strategischen Planungsagenden sind jedoch nicht unumstritten, sondern vielmehr Teil gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse, was zuletzt insbesondere die Debatte rund um die geplante Stadtautobahn zeigt.

Ausgehend von dem Entwicklungsgebiet Wien Breitenlee, das eine Fläche von 172ha. umfasst und Zielgebiet eines umfangreichen Planungsprozesses ist, untersuchen wir angrenzende Orte mit dem Ziel, tiefgreifende soziokulturelle, soziopolitische und sozioökologische Transformationen und deren Manifestationen vor Ort zu analysieren. Interessante räumliche Kontexte in diesem Zusammenhang sind: die geplante Stadtautobahn, die Kleingartensiedlungen an der Alten Donau, das Gebiet um den Bieberhaufen sowie die städtischen bzw. geförderten Wohnbauanlagen in Hirschstetten und der Podhagskygasse, sowie die damit verbundenen sozialen Infrastrukturen (etwa Jugendzentren).

Konzepte der räumlichen Gerechtigkeit und der Sorge-Ethik dienen uns dabei als analytisches Eingangsfenster, um Fragen rund um die Schlagwörter und Debatten zu sozialer Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft, Demokratisierung von Raumplanung, sozialer Gerechtigkeit, urbaner Landwirtschaft und zur ‚großen sozioökologischen Transformation‘ zu adressieren. 

Methoden

Akteursinterviews und -spaziergänge, Diskussion, Inputs, Feldforschung, empirische Datenerhebung, Auswertung der erhobenen Daten, Präsentation.

Leistungsnachweis

Die Leistungsbeurteilung erfolgt anhand

  • der Bearbeitung der Pflichtliteratur (individuell) und
  • der Durchführung eines selbstständig entwickelten Forschungsprojekts (gruppenbasiert). Beurteilt werden hier der zu erstellende Forschungsbericht, dessen Format gemeinsam definiert wird, und die Präsentationen der (Zwischen-)Ergebnisse mit anschließender Diskussion.

Beide Teilleistungen sowie eine 80%tige Anwesenheit sind Voraussetzung für den positiven Abschluss.

Weitere Informationen

Der Kurs richtet sich in erster Linie an Studierende im Master Raumplanung und Architektur sowie interessierte Bachelorstudierende in den letzten Semestern. Wir laden ausdrücklich auch Studierende von anderen Universitäten ein, die sich mit raum- und stadtforschungsbezogenen Fragestellungen beschäftigen, als „Mitbeleger“ an der Lehrveranstaltung teilzunehmen. Die Lehrveranstaltung wird in deutscher Sprache abgehalten, englischsprachige Betreuung einzelner Gruppen ist möglich. Die schriftliche Leistungserbringung (Forschungsbericht) kann auf Deutsch und Englisch erfolgen. Wir unterstützen die aktive Teilnahme der Studierenden in Debatten durch interaktive Lernformate. Wir ermutigen Studierende sich in die Gestaltung der Lehrveranstaltung einzubringen, um eigene Ideen und kritische Perspektiven zu entwickeln. Kontakt: (info@skuor.tuwien.ac.at).