Rainhard Süss (2019)

 

Das Große im Kleinen : Kioske in Wien als Spiegelbilder sozioökonomischer Transformationsprozesse entlang kapitalistischer Entwicklungsphasen im 19. und 20. Jahrhundert.

     
Kurzbeschreibung
  Mit der Industrialisierung etablierte sich ein neues Stadtmobiliar zur schnellen Nahrungsaufnahme: Sprechen wir über Kioske, meinen wir kleine, freistehende Typologien im öffentlichen Raum, die zum Verkauf von Imbisswaren und Getränken dienen. Aus kulturwissenschaftlicher Sicht wurde der Kiosk zu einem Symbol der Industriearbeiter*innenkultur; mit dem Ende des Fordismus aber schnell zu einem Symbol sozialer Polarisation: Aus Einrichtungen zur Befriedigung des schnellen Hungers gestresster Arbeiter*innen wurden Orte der öffentlichen Zurschaustellung von Zeit und dem sozialem Stigma jener ohne Arbeit. Seitdem nahm im Zuge sozioökonomischer Heterogenisierung und der Pluralisierung der Lebensstile aber auch die Vielfalt der Kiosklandschaft zu: Unterschiedliche Imbissbuden bieten eine Vielfalt an Waren für verschiedenste Geschmäcker. Die vorliegende Diplomarbeit zeigt auf, inwiefern die zyklische Entwicklung des Kapitalismus Rückwirkungen auf Veränderungen der Imbisskultur zieht und versucht den symbolisch-materiellen Wandel der Wiener Kiosklandschaft vor dem Hintergrund politökonomischer Umbrüche des 19. und 20. Jahrhunderts zu verstehen.
     
Eingereicht   an der Fakultät für Architektur und Raumplanung
Betreuung   Dr. phil. DI (FH) Sabine Knierbein