Rafael Essl (2021)

  Urban Crisis and Multiple Disruption: The Invisible Workers and Dwellers of Silicon Valley
     
Kurzbeschreibung   Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit den multidimensionalen sozio-räumlichen Auswirkungen von Silicon Valley’s disruptiver Innovation auf die San Francisco Bay Area. Der große wirtschaftliche Erfolg des Tech Hubs führt seit Jahrzehnten zu extremer urbaner Ungleichheit, zur Erschütterung sozialer Strukturen und zur Aushöhlung des urbanen Gemeinguts. Die Widersprüche, die durch den techno-ökonomischen Fortschritt entstehen, werden besonders an der hier analysierten Fallstudie über die ‚Working Homeless‘ sichtbar. Ihr Fall wird anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse diverser Medienquellen, zu ihrem Alltagsleben und den daraus resultierenden urbanen Konflikten, untersucht – ergänzt durch eine Reflexion über diskursive Machtstrukturen, sowie semi-strukturierte ExpertInneninterviews, die die enorme Tragweite der urbanen Disruption und der dadurch entstehenden multiplen urbanen Krise zeigen. Im Silicon Valley werden die verborgenen BewohnerInnen und ArbeiterInnen zunehmend in untragbare Wohn- und Arbeitsverhältnisse gedrängt, durch explodierende Wohnkosten und die prekäre Arbeitsethik der Gig-Economy. Gleichzeitig führt ihr erzwungenes informelles Wohnen, in parkenden Wohnwägen und Autos, vermehrt zu Konflikten mit Stadtverwaltungen, formellen BewohnerInnen und einflussreichen Techkonzernen. Diese extreme urbane Ungleichheit ist ein globales Phänomen, in der Bay Area hat die urbane Krise allerdings eine gigantische Tragweite erreicht.
     
Eingereicht   an der Fakultät für Architektur und Raumplanung
Betreuung   Dr. phil. DI (FH) Sabine Knierbein