Ileana Ion (2020)

 

Around the block – „În jurul blocului“ : The transformation of value in neighbourhood public space in a post-socialist city

     
Kurzbeschreibung   Diese Arbeit untersucht den öffentlichen, offenen Raum rund um mehrgeschossige Wohnhäuser in Circumvalațiunii, einem funktionalistischen Viertel von Timişoara, das in den 1970er Jahren gebaut wurde. Die Hälfte der Stadtbevölkerung lebt hier in mehrgeschossigen Wohnhäusern, die nach 1965 erbaut wurden. Die nach den Theorien der Charta von Athen entworfenen „grünen Bereiche rund um die Wohnungen“ wurden während des Sozialismus in die Obhut der Anwohner und Anwohnerinnen gegeben. In diesem Kontext setzt die These an, um den Wert des dezentralen öffentlichen Raums in den Vierteln zu betrachten. Die Veränderungen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen im Postsozialismus beeinflussten den Freiraum um die Wohnblöcke herum, sowohl in seiner materiellen als auch in seiner sozialen Produktion.

Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschung: Welcher Wert wird heute auf der Freifläche um den Block produziert? Ist das globale Modell des „Nicht-Ortes“, wie es von Marc Augé (1995) und später von Zygmunt Bauman (2000) geprägt wurde, im Freiraum um die Blöcke herum beobachtbar? Die erste Frage konzentriert sich darauf, wie Wert im öffentlichen Raum produziert wird, und zwar durch alltägliche Praktiken, die in die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Determinanten auf lokaler und globaler Ebene eingebettet sind. Die zweite Frage befasst sich mit dem Einfluss des sich global ausbreitenden Nicht-Ortes in den Raum der lokalen Nachbarschaft.

Neben der Theorie stützt sich die These auf gesammelte empirische Belege, darunter narrative Interviews mit Langzeitbewohner und Bewohnerinnen, Experten und Expertinnen Interviews, partizipative Beobachtung und Beobachtungsspaziergänge. In einem Zeitraum von fünf Jahren wurden etwa 10 Vor-Ort-Explorationen durchgeführt.

Diese Forschung hat gezeigt, dass es viel mehr zu berücksichtigen gibt als die physische Erscheinung des Raumes, der die Blöcke umgibt. Der herbeigeführte Transformationsprozess zur Privatisierung des öffentlichen Raumes in der Zeit nach dem Sozialismus umfasste die Delegitimierung und Neudefinition alltäglicher, sich selbst erhaltender Praktiken. In einer Stadt, die Teil globaler Netzwerke geworden ist, in der der zentrale öffentliche Raum zur Ware gemacht wurde, ist der Wert des öffentlichen Raumes in der Nachbarschaft als Ort der sozialen und politischen Ermächtigung umso wichtiger zu berücksichtigen.

     
Eingereicht   at the Faculty of Architecture and Planning
Betreuung   Dr. phil. DI (FH) Sabine Knierbein