Eren Ergin (2014)

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Hintergrund
Die Türkei ist eines der Länder mit einer rapide wachsenden Bevölkerung. Nach Angaben des türkischen Statistikinstituts (TUIK) heißt es, dass die Zahl der Bevölkerung mehr als 76.480.000 im Jahr 2013 erreicht hat. Es wird auch prognostiziert, dass die Bevölkerungszahl sogar mehr als 85 Millionen im Jahr 2023 erreichen kann. Angesichts der Tatsache, dass 73% der Bevölkerung in Städten und städtischen Gebieten leben, bringt der Anstieg der Bevölkerung auch eine hohe Nachfrage nach Wohnraum mit sich.
2002 kann als Meilenstein für die Stadtplanung in der Türkei betrachtet werden. Die nationalen Wahlen wurden von der neu gegründeten Gerechtigkeits-und Entwicklungspartei (AKP) gewonnen und die neue Regierung startete unverzüglich eine gewaltige Welle von Stadterneuerungsprojekten. Nach 2003 verwandelten sich die meisten der Großstädte der Türkei in riesige Baustellen. Es wurden mehrere neue Siedlungen gebaut und neue urbane Wohnbereiche geschaffen, um die Wohnungsnachfrage zu decken. Diese Entwicklungen wurden durch die Verwaltungsbehörde für den sozialen Wohnungsbau in der Türkei geleitet, welche nach der türkischen Abkürzung TOKI genannt wird. In dieser Zeit haben die Städte eine massive Veränderung in ihrer städtebaulichen Struktur als auch in ihrem Stadtbild erlebt.Viele Wohnviertel mit informellen Wohnungen (Gecekondu) wurden abgerissen und auf deren Grundstücke wurden neue Wohnblöcke mit bis zu 18 Stockwerken gebaut. Neue Satellitenstädte entstanden in der Peripherie und die Menschen wurden gezwungen, von ihren früheren Nachbarschaften heraus in diese neu errichtete Wohnräume zu ziehen. Zusätzlich sind noch weitere Stadterneuerungsprojekte realisiert worden, um die Städte der Türkei lebenswerter zu machen.
Abstract
Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Ermittlung der sozialräumlichen Auswirkungen der  Änderungen an der sozialen Wohnbaupolitik auf dem System des sozialen Wohnbaus in der Türkei, insbesondere die Rolle der TOKI als Regierungsinstitution. In dieser Arbeit werden die Auswirkungen der Wohnbau- und Stadtentwicklungspolitik, die  Methoden der Baulandbereitstellung für den sozialen Wohnbau in der Türkei und der Status von TOKI analysiert, die eine dominierende Macht über Stadtplanung und Stadtentwicklung besitzt. Die Hypothese der Arbeit lautet, dass TOKI sich zu einer gewinnorientierten Institution entwickelte und die Entwicklung des sozialen Wohnbausystems vernachlässigte, indem sie mehr Projekte für den Privatsektor für finanziellen Vorteil erstellte.
Eingereicht an der Fakultät für Architektur und Raumplanung im April 2014
Betreuung Ass. Prof. DI (FH) Dr. Sabine Knierbein