Lena Junger (2018)

 

CONTESTED. PUBLIC. SHARED. Peacelines and Public Space in Belfast.

     
Kurzfassung  

Die Arbeit befasst sich mit den so genannten Peacelines in Belfast. Diese trennen protestantische von katholischen Gegenden. Der Grund für die Errichtung dieser Wände war der Ausbruch von Gewalt, vor allem in den Arbeitervierteln in Nord und West Belfast. Die erste Mauer wurde 1969 erbaut, allerdings ist die Stadt bis heute geteilt. Anhand dieses Kontextes werden Grenzen in Städten untersucht. Die folgenden Forschungsfragen werden bearbeitet: Wie spiegeln sich die Folgen der Peacelines und Grenzen im öffentlichen Raum in Belfast wieder? Wie kann die Umsetzung von Shared Spaces die Probleme von Peacelines in Angriff nehmen? Die erste Frage beschäftigt sich mit drei Punkten, welche in enger Verbindung mit den Peacelines stehen und deren Auswirkung auf den öffentlichen Raum: Territorium, Zusammenhang und Sicherheit. Die zweite Frage untersucht zwei Shared Space Projekte und die Rolle des öffentlichen Raums in einer geteilten Stadt. Es geht darum, den öffentlichen Raum zu nutzen um Grenzen zu überwinden.

 

Der Großteil der Forschung wurde während eines viermonatigen Aufenthalts in Belfast absolviert. Neben Literaturrecherche habe ich zu Beginn meines Aufenthalts die Stadt anhand von Beobachtungsspaziergänge kenne gelernt. Diese Spaziergänge haben die Arbeit vor allem indirekt beeinflusst. Der empirische Teil ist zum Großteil auf Interviews aufgebaut, Experteninterviews mit Personen, welche im akademischen Bereich tätig sind und Narrative Interviews mit SozialarbeiterInnen und BewohnerInnen die sich an Shared Space Projekten beteiligen. Weiters haben teilnehmende Beobachtungen als zusätzlichen Input fungiert.

 

Im Laufe der Forschung hat sich ergeben, dass es bei den Peacelines um mehr als die rein physische Präsenz geht. Die Mauern wurden zur Sicherheit der Gemeinschaften gebaut und repräsentieren dies bis heute. Zur selben Zeit wird die Einteilung des öffentlichen Raums in Territorien durch die Wände verstärkt. Wodurch es zur fehlenden Vernetzungen in der Stadt kommt. Der öffentliche Raum kann als Instrument gegen Peacelines verwendet werden. Dies gelingt durch die Schaffung von Räumen, welche den Austausch zwischen den Gemeinschaften fördern. Außerdem kann der öffentliche Raum Verbindungen schaffen und zur selben Zeit die Diskussion über Territorium zurück lassen. Anstatt den öffentlichen Raum als Instrument von Macht zu sehen kann er helfen eine Stadt der gemeinsamen Nutzung zu schaffen.

     
Eingereicht   an der Fakultät für Architektur und Raumplanung
Betreuung   Assoc. Prof. Dr. phil. DI (FH) Sabine Knierbein