Joscha Viertauer (2015)

IMG_9713 Architektur als Ausdruck relationaler Strukturen.

Eine prozessorientierte Umsetzung im öffentlichen Raum.

Hintergrund
Soziale Strukturen finden sich oft im physischen öffentlichen Raum wieder, sind aber nicht immer als Repräsentation zu erkennen, da sie eine Mischung vieler verschiedener Einflüsse sind. Das ausgeführte Projekt Stadtlandschaft erläutert die verschiedenen Aspekte und Relationen eines Entwurfes im urbanen Raum. Spielerisch wird hier ein Ansatz gefunden, bei dem unser Stadtraum thematisiert und diskutiert wird.
Abstract
Spielen im öffentlichen Raum – ist das überhaupt erlaubt? Architektur, in Form eines durchgeführten 1:1-Projekts, testet Spiele im urbanen Raum sowie das Spiel als Entwicklungs- und Planungsprozess. Dieser Prozess wird grob in die 3 Teile Theorie, Konzept und Praxis gegliedert. Ein kurzer theoretischer Abriss über öffentlichen Raum, Spiele und Spielmechanismen lässt sogleich einen gemeinsamen Faktor erkennen: uns Menschen, die als Spielende den Mittelpunkt des öffentlichen Lebens darstellen und den Grundstein eines spielerischen Treibens bilden. Mit dem Augenmerk auf öffentlichen Raum trat ein hoch frequentierter Platz in den Mittelpunkt des Interesses. Ein Platz, der eine sehr unscheinbare Aufmachung hat und den Eindruck macht, keinen bestimmten Zweck zu haben. Der Rote Platz birgt, mit seiner diversen Frequentierung, ein hohes Potenzial. Die Idee, durch einen architektonischen Entwurf spielerisch eine Veränderung hervorzurufen, startete die Suche nach einer Umsetzung. Die anfängliche Erwartungshaltung, nur eine Genehmigung des Bezirkes zu benötigen, stellte sich schnell als unzutreffend heraus. Eine weitaus komplexere Verwaltungsstruktur lässt sich hinter einer temporären, räumlichen Veränderung des öffentlichen Raumes finden. Die Planung und Umsetzung spielerischer Architekturen im öffentlichen Raum, anhand des Projekts Stadtlandschaft, lassen einen Einblick in den Umsetzungsprozess in Wien zu. Die dezentrale Koordination in der Stadt trägt nicht zu einer Weiterentwicklung kreativer Ideen bei und kann Projekttreibende abschrecken. Eine Unterstützung der Stadt Wien kann passiv durch ein bestimmtes Maß an Deregulierung, beziehungsweise Vereinfachung von Prozessen, wie den Genehmigungsverfahren, passieren. Aktiv kann durch eine Verbesserung der internen Kommunikation und zielbewussten Bürgermotivation und -aktivierung geholfen werden. Durch Projekte findet immer Kommunikation statt und für Bewohner werden diese zu einer Plattform der Nachbarschaft und stellen einen Mehrwert für Nutzerinnen des öffentlichen Raumes dar. Anhand einer Förderung von Ideen und Vorhaben, beispielsweise des Projekts Stadtlandschaft, kann urbaner Raum gestaltet und  geschaffen werden – vom prägendsten Teil einer Stadt: den Benutzern und Bewohnerinnen selbst.
Eingereicht an der Fakultät für Architektur und Raumplanung
Betreuung Dr. phil. DI (FH) Sabine Knierbein

 

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