Jörg Wimmer (2015)

cover_front Produktion inklusiver Konsumräume.

Die Solidarnutzung sowie weitere Methoden und Instrumente am Beispiel eines Entwicklungsgebiets in Wien-Favoriten.

Hintergrund
Die Kommerzialisierung der halböffentlichen, aber auch öffentlichen Räume in Städten durch unterschiedliche Veranstaltungen ist in Bezug auf mehrere Dimensionen der Inklusion umstritten. Diese Arbeit ist eine theoretische und formal-praktische Auseinandersetzung mit Beteiligten, Prozessen und Möglichkeiten in der Vergabe und Bauordnung, welche schließlich Vorschläge aufzeigt, um nicht primär ökonomische Faktoren zur Produktion von (halb-)öffentlichen Räumen heranzuziehen.
Abstract
Die vorliegende Arbeit ist eine theoretische und praxisorientierte Auseinandersetzung mit der formalen Produktion urbaner Räume. Konsumräume in der Stadt befinden sich oft in privater Hand und unterliegen deshalb den Gesetzen der Marktwirtschaft, was einschließt, dass die Handlungs- und Nutzungsmöglichkeiten eines Menschen an diesen Orten von dessen ökonomischer und sozialer Stellung abhängig werden. Dieser Umstand läuft dem Prinzip einer inklusiven Gesellschaft zuwider und wird in der vorliegenden Arbeit untersucht, mit dem Ziel, eine Alternative zu den bisherigen Vergabegepflogenheiten aufzuzeigen. Der Untersuchung der Begriffe „öffentlicher Raum”, „Urbanität” und „Konsum” im ersten Teil dieser Arbeit folgt eine Darstellung der Vergabeprozesse, welche der Errichtung neuer Stadtteile dienen, und der dabei involvierten Akteure. Eine Umgebungsanalyse des Entwicklungsgebiets in Wien-Favoriten lässt dieses Areal geeignet erscheinen, um mithilfe eines Beispielentwurfs zu demonstrieren, welche Instrumente zur Produktion inklusiver Konsumräume angewendet werden können, das heißt, auch, wie verhindert werden könnte, dass öffentlicher Raum im Rahmen der Privatisierung von Bauland unwiderruflich verloren geht. Das Konzept, welches vorgestellt wird, trägt den Namen „Solidarnutzung“ und kombiniert bereits vorhandene juristische Voraussetzungen (Vergaberecht) mit gemeinnützigen Interessen, wobei finanzielle Aspekte berücksichtigt werden. Der Beispielentwurf illustriert die Querfinanzierung der Errichtung von sozial inklusiven Konsumräumen im Rahmen eines Stadtentwicklungsprojekts und zeigt verschiedene Nutzungsmöglichkeiten (z.B. Marktplatz, Veranstaltungsraum) auf.
Eingereicht an der Fakultät für Architektur und Raumplanung
Betreuung Dr. phil. DI (FH) Sabine Knierbein
Link zur Bibliothek Städtebau, TU Wien

 

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