VO Theorien öffentlicher Räume

Theorien öffentlicher Räume I – Akteure, Institutionen und Raumdimensionen
VO 280.032 by Dr. cand. Knierbein

Downloads: VO 280.032 (M11)
Link: TUWIS
Kommentar: Dialog


Ziel der Lehrveranstaltung

Ziel der Vorlesung ist es, Studierende der Raumplanung und der Architektur sowie weitere Interessierte aus anderen Studiengängen mit der Vielfalt der Zugänge zum öffentlichen Raum vertraut zu machen und ihr konzeptuelles Repertoire hinsichtlich eines allgegenwärtigen Planungsgegenstandes, eines vielfach beanspruchten Politikfeldes und einer herausfordernden Gestaltungsaufgabe zu sensibilisieren. Dabei ist der disziplinenübergreifende Dialog eines der Grundelemente der angebotenen Veranstaltung. 

In Form einer Vorlesungsübung sollen nicht nur konzeptuelles Wissen hinsichtlich des professionellen Umgangs mit öffentlichen Räumen als Prozessen und den Handlungslogiken der sie produzierenden Akteure und Institutionen vermittelt werden, sondern es soll eine generelle Reflexion hinsichtlich unseres Raumverständnisses angeregt werden. Die Informationen und Denkanstöße werden in Form von Übungen aufgearbeitet und angewendet, gleichzeitig eröffnet die Möglichkeit des kombinierten Formates Freiräume für die weiterführende Diskussion.


Inhalt der Lehrveranstaltung

‚Der öffentliche Raum‘ ist speziell seit Ende der 1970er Jahre zu einem der zentralen Handlungsfelder von Stadt- und Freiraumplanung sowie von gestaltenden Akteuren und Akteurinnen der Landschaftsarchitektur, des Städtebaus und der Architektur in europäischen Städten avanciert. In weiteren vorrangig gesellschaftswissenschaftlichen Disziplinen wie etwa der Stadtsoziologie, der Ethnologie oder der Rechtswissenschaften wird auf theoretischer Ebene genauso selbst bewusst über ‚öffentlichen Raum‘ geredet, wie in Planungspraxis und in Stadtentwicklungspolitik. Ein ist jedoch manifest: Es wird über ganz unterschiedliche ‚öffentliche Räume‘ geredet. Konsens über das, was gemeint ist, ist eher selten der Fall. Die einen verstehen öffentlichen Raum als gebauten Stadtplatz, als räumliche Morphologie, wohingegen die anderen öffentlichen Räumen jegliche Materialität absprechen. Wie aber lassen sich Sozialraum und gebauter, ja bisweilen aufwändig gestalteter Raum als zwei Seiten derselben Medaille denken?

Dabei zeigt die Mannigfaltigkeit theoretischer Ansätze mit verschiedenen disziplinären Hintergründen, dass sich hinter dem Metakonzpet öffentlicher Räume ebenfalls grundlegende Auseinandersetzungen mit raumtheoretischen Bezügen, mit der Rolle von Institutionen, ihren Mechanismen und Ressourcen sowie mit den handelnden Akteuren verbergen. Plastisch und konkret setzt die Vorlesungsübung daher an einem Verständnis öffentlicher Räume an, dass diese als gesellschaftliche Prozesse versteht, die tagtäglich gestalterisch-baulich ’sedimentieren‘. Wer also beeinflusst diese alltägliche ‚Produktion‘ von öffentlichen Räumen in welcher Weise? Wo verorten sich Planer, wo Gestalter, innerhalb dieser gesellschaftlichen Prozesse? Welche Strategien sind Ihnen bekannt, und mit welchen Interessen werden sie seitens anderer gesellschaftlicher Akteure konfrontiert?


Bemerkungen

Die Vorlesung wird im Rahmen des Moduls 11 im SoS 2009 durch den neu gegründeten Arbeitsbereich „Stadtkultur und öffentlicher Raum“ angeboten. Sie richtet sich an Studierende der Raumplanung und der Architektur, Studierende anderer Fachrichtungen und Universitäten sind herzlich willkommen.

 

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