Phase III – 2016

2016 Stadtkultur, öffentlicher Raum und die Gegenwart – Urbane Solidarität und die Krise Europas

Die gegenwärtig gelebten Alltags- und Berufskulturen der städtischen ExpertInnen stehen in Bezug zur heutigen universitären Ausbildung: Wie (er)leben die StadtexperInnen öffentliche Räume, welche Materialitäten empfinden sie als adäquat und ansprechend und mit welchen gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigen Sie sich heute?

Derzeit liegen solidarische Ansätze räumlicher Entwicklung im Trend, die sich den alltagskulturellen Dimensionen des öffentlichen Lebens in der Stadt annehmen und BewohnerInnen und NGOs als AlltagsexpertInnen einbinden. In Planung und Gestaltung wird dazu parallel ein Wandel von kommunikativen, diskursorientierten zu performativen, handlungszentrierten Arbeitsweisen festgestellt. Diese neuen Formen kollektiver Stadtentwicklung basieren auf Praktiken des solidarischen Teilens.

Insbesondere in Südeuropa zeichnen sich derzeit ernste Problemlagen wie Jugendarbeitslosigkeit und Verarmung weiter Bevölkerungsteile in den öffentlichen Räumen ab. Es gibt dort oftmals wenige städtische oder staatliche Ressourcen für die Entwicklung und Sicherung dieser wichtigen Sphären des sozialen Zuammenhalts. Öffentlicher Raum ist hier Symptom der Krise wie auch Handlungsraum, ihr lokal sozialräumlich zu begegnen.

Wenig methodische Betrachtung erlangen bisher antidiskriminierende Praktiken in Prozessen der Stadtplanung und Stadtgestaltung. Im Hinblick auf räumliche Maßnahmen der Arbeitsmarktintegration schauen wir im öffentlichen Raum beispielsweise auf die räumliche Integration junger südeuropäischer ArbeitsmigrantInnen in Wien und Österreich und vizeversa auf die Situation nordeurapäischer ArbeitsmigrantInnen in Spanien, Italien, Griechenland und/oder Portugal. Wie solidarisch gehen PlanerInnen und Gestaltende mit (arbeitslosen) KollegInnen aus jenen Ländern um, in denen die Arbeitsmärkte z.T. zusammengebrochen sind? Welche solidarischen und alltagskulturellen Herangehensweisen lassen sich derzeit in der Planung und Gestaltung öffentlicher Räume verstärken (fair sharing)?

 

Kommentare sind geschlossen.