Phase III – 2015

2015 Stadtkultur, öffentlicher Raum und die Vergangenheit – Städtischer Frieden und der Wohlfahrtsstaat

Hier wird die gewachsene Alltagskultur in Bezug zur Berufskultur der städtischen ExpertInnen und zur universitären Ausbildung ihrer Zeit gesetzt: Welche öffentlichen Räume wurden wie gestaltet, mit welcher Materialität und welcher gesellschaftspolitischen Vision? Welche stadtkulturellen und sozialen Bewegungen gab es und wie wurden diese in der Fachwelt reflektiert?

Mit dem städtischen Frieden können verschiedene stadt- und professionsgeschichtliche Zeitabschnitte thematisiert werden: Der Verlust von Frieden vor und während der Weltkriege, das fragile Goldene Zeitalter dazwischen mit seinen sozialen und kulturellen Innovationen, die Zeit des Wiederaufbaus und des Wohlfahrtstaates, der weitestgehend friedlichen Stadt.

Universitäre Bildung der StadtexpertInnen war geprägt durch die institutionelle Beziehung von Kommunen zu Bundesländern und Staat. Nach dem Krieg spielten räumliche Umverteilung und wohlfahrtsstaatliche Prinzipien zentrale Rollen bei der Entwicklung öffentlicher Räume. Sie waren – auch aufgrund historischer Instrumentalisierungen – als Kommunikationsraum stark reguliert und galten  als ästhetische Kategorie.

Methodisch richten wir einerseits der Fokus auf deeskalierende Herangehensweisen der inklusiven Stadtplanung in historisch von Krisen geschüttelten Städten gelenkt (z.B. Belfast, Nikosia, Jerusalem), andererseits wird die historische Stadtkultur besonders friedlicher Städte in den Blick genommen (z. B. Genf, Montreal, Oslo und Wien). Ziel ist es, sich einen Überblick über die besonderen Strategien der Befriedung oder Bewahrung von städtischen Frieden in der Stadtplanung -und gestaltung zu verschaffen, um insbesondere jenen jüngeren Entwicklungen entgegenzuwirken, die jedes öffentliche Verhalten per se als verdächtig und gefährlich einstufen (z.B. Entwicklungen in USA und UK), und damit den öffentlichen Raum allein zur Terrorbekämpfung, nicht aber als wichtiges Instrument der gesellschaftlichen Friedens in der Stadt verstehen.

 

Kommentare sind geschlossen.