Programm

10jähriges Jubiläum des Interdisciplinary Centre for Urban Culture and Public Space

2018  Stadtkultur, öffentlicher Raum und Wohnen

Dreimaliger Dreijahresturnus

Um inhaltliche Inspirationen sowohl aus Planungstheorie und -praxis sowie aus Raumtheorie und Stadtforschung zu erhalten, hat das Interdisciplinary Centre for Urban Culture and Public Space (SKuOR) zwischen 2009 und 2011 jährlich sich komplementär ergänzende Gastprofessorenteams (Seniorin/Senior und Junior/Juniorin) an die Technische Universität Wien (TU Wien) bestellt, die gemeinsam mit dem lokalen Team dialogisch Lehrinhalte entwickelten. Die Förderphase I der Stiftungsgastprofessur (2009-2011) basierte auf der strukturgebenden Betrachtung von Stadtgesellschaft. In der inhaltlichen Strukturierung kam ein analytischer Blick auf Prozesse der Governance zur Anwendung. Dieser spiegelte sich in der thematischen Dreiteilung der Jahre 2009 bis 2011 wieder:

2009  Stadtkultur, öffentlicher Raum und Zivilgesellschaft –  Kultur und Konflikt
2010  Stadtkultur, öffentlicher Raum und Staat – Politik und Planung
2011  Stadtkultur, öffentlicher Raum und Markt – Ökonomie und Innovation

Für die Förderphase II der Stiftungsgastprofessur (2012-2014) wird mit dem Erfahrungsschatz des in Phase I entwickelten Grundgerüstes der Blick auf Stadtkultur und öffentliche Räume in der Stadtentwicklung gerichtet:

2012  Stadtkultur, öffentlicher Raum und Ressourcen –  Ästhetik und Materialität
2013  Stadtkultur, öffentlicher Raum und Wissen – Bildung und Differenz
2014  Stadtkultur, öffentlicher Raum und Lebensweisen – Alltag und Erkenntnis

Die Förderphase III (2015-2017) wird einerseits durch einen humanistischen Blick auf historische, gegenwärtige und zukünftige öffentliche Räume und stadtkulturelle Ansätze charakterisiert, andererseits wird der Entwicklung adäquater Methoden in sozialräumlicher Planungs- und Architekturpraxis eine verstärkte Bedeutung beigemessen. Phase III behandelt dementsprechend Prozesse der akademischen Bildung von StadtexpertInnen: 2015 Stadtkultur, öffentlicher Raum und die Vergangenheit – Städtischer Frieden und der Wohlfahrtsstaat 2016 Stadtkultur, öffentlicher Raum und die Gegenwart – Urbane Solidarität und die Krise Europas 2017 Stadtkultur, öffentlicher Raum und die Zukunft –Verteilungsgerechtigkeit in den Städten und globale Agenda

Wechselnde räumliche Bezugsebenen 2009-2011

Die Frage nach den gegenwärtigen Bedingungen speziell der kulturellen Produktion öffentlicher Räume und möglicher steuernder sowie gestaltender Interventionen wurde 2009 zunächst an lokalen Orten in Wien behandelt. 2010 wurde dieser Blickwinkel dahingehend erweitert, öffentliche Räume als System unterschiedlichster Gesellschaftsräume in der österreichischen Hauptstadt – vom Flughafenterminal über das revitalisierte Fabrikgelände bis hin ins Caféhaus am Platze – zu verstehen. Schließlich ging es im Jahr 2011 um das Spannungsfeld zwischen konkreten und abstrakten räumlichen Dimensionen, es ging um die Erforschung verschiedener Factten von wirtschaftlichem Handeln (bottum up) und um Marktmechanismen (Top-Down) in öffentlichen Räumen in zwei bedeutenden Städten im Donauraum: Wien und Budapest.

Wechselnde Disziplinen übergreifende Herangehensweisen 2012-2014

Diesem Verständnis, das sich als Plädoyer für Perspektivenvielfalt und produktive Anknüpfungsstellen aus verschiedenen räumlichen Blickwinkeln präsentiert, folgt nunmehr eine vertiefte Auseinandersetzung mit verschiedenen Wissensbeständen und  -kulturen im Dreiklang „interdisziplinär-transdisziplinär-postdisziplinär“. Hier werden methodische Unterschiede in der systematischen Anwendung von Perspektivenvielfalt – innerhalb der Universität, zwischen Wissenschaft und Praxis oder aus der Komplexität des Forschungsgegenstandes heraus – thematisiert. Denn es gilt, den erkenntnistheoretischen Umgang mit Stadtkultur und öffentlichen Räumen für einen späteren Anwendungsbezug in Architektur und Raumplanung zu schärfen und komplexe raumtheoretische Positionierungen Stück für Stück handhabbarer für die Praxis zu machen. Dem dialektischen Grundgedanken entsprechend wird die Theorie gleichermaßen durch die Erfahrungen in der Praxis informiert. Diese wird ab 2012 insbesondere durch die Einbindung lokaler Lehrbeauftragter in Forschung und Lehre forciert.

Wechselnde zeitgeschichtliche, maßstäbliche und methodische Eckpfeiler 2015-2017

Der Schwerpunkt auf eine Auseinandersetzung mit der akademischen Bildung von StadtexpertInnen  ermöglicht es, pädagogische wie auch didaktische Eigenarten der wissenschaftlichen Gegenstände ‘öffentlicher Raum’ und ‘Stadtkultur’ fruchtbar zu machen, denen gemeinsam ist, dass sie diese Sphären städtischen Alltagslebens als Lernorte verstehen. Zugleich kehrt über die raumtheoretische Vertiefung eines materiellen Ansätzes zum relationalen Sozialraum der humanistische Fokus in die Ausbildung von Planenden und Gestaltenden zurück, der als Reaktion auf die sich rasant verändernden Anforderungen der Bildung lokaler wie globaler StadtexpertInnen verstanden werden kann. Zunächst wenden wir uns mit dem Blick auf den Umgang mit öffentlichen Räumen der Vergangenheit dem Verhältnis von Stadt und Staat zu (2015), thematisieren dann mit Blick auf die Gegenwart das krisengeschüttelte Verhältnis Stadt und Europa (2016), wohingegen wir mit der Frage nach den zukünftigen Herausforderungen das Spannungsfeld zwischen Stadt und Globalem Maßstab addressieren. Diesen maßstäblichen und zeitgeschichtlichen Spannungsfeldern werden methodische Schwerpunkte zugeordnet: de-eskalierende, anti-diskriminierende sowie postkoloniale Ansätze an eine raumbezogene Forschungs-, Planungs- und Gestaltungsmethodik im öffentlichen Raum. Mehr Information zu 

 

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